
40 Heilige Märtyrer von Sebaste – Das eisige Zeugnis der Liebe zu Christus
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Heute, am 22. März (nach dem neuen Kalender), gedenkt die serbisch-orthodoxe Kirche der Heiligen Vierzig Märtyrer von Sebaste – einer der kraftvollsten und bewegendsten Geschichten unserer Tradition. Ihr Martyrium steht wie kaum ein anderes für Treue, Opferbereitschaft und unerschütterlichen Glauben inmitten der größten Prüfungen.
Die Donnerlegion und der Ruf zum Zeugnis
Die Heiligen 40 waren Soldaten der römischen Legio XII Fulminata – der „Donnerlegion“ – im Dienst des Kaisers Licinius. Im Jahr 320 nach Christus erging der Befehl, dass alle Soldaten dem Kaiser und den heidnischen Götzen opfern sollten. Vierzig dieser Männer aber bekannten offen: „Wir sind Christen!“
Sie wussten, was ihnen bevorstand. Doch ihre Antwort war klar. Sie wollten lieber ihren irdischen Tod in Kauf nehmen, als ihren Herrn zu verleugnen.
Das Martyrium auf dem See von Sebaste
Als Strafe wurden sie nackt auf einen zugefrorenen See in der Nähe von Sebaste (im heutigen Sivas, Türkei) geschickt – mitten in der eisigen Nacht, unter Bewachung. In Sichtweite stand ein beheiztes Bad bereit, um diejenigen aufzunehmen, die ihren Glauben verleugnen würden.
Einer schwankte. Er verließ seine Brüder und lief zum warmen Bad – doch kaum trat er hinein, brach er tot zusammen. Der Leib konnte nicht mehr, und die Seele verlor die Krone des Lebens.
Doch dann geschah etwas Unerwartetes: Einer der römischen Wachen, erschüttert von der Standhaftigkeit der verbleibenden 39, bekannte sich öffentlich zu Christus, entkleidete sich – und trat freiwillig zu ihnen auf das Eis. So wurde die Zahl wieder voll: Vierzig Märtyrer – vierzig Kronen.
Der Sieg des Glaubens
Am nächsten Morgen wurden die Leiber der Heiligen verbrannt. Doch ihre Gebeine, von Gläubigen heimlich bewahrt, verbreiteten sich bald in der ganzen orthodoxen Welt. Die Kirche ehrte sie nicht nur als Märtyrer, sondern als wahre Sieger – nicht des Schwertes, sondern des Geistes.
Der hl. Basilius der Große verfasste eine Predigt zu ihrem Gedenken, in der er sie als leuchtendes Beispiel für alle Christen preist. Viele serbisch-orthodoxe Klöster verehren bis heute Reliquien dieser Heiligen.
Warum wir ihrer heute gedenken
Der 22. März steht mitten in der Großen Fastenzeit – und das ist kein Zufall. Ihr Martyrium ist wie ein Spiegel für unsere Fastenreise:
Sie wurden geprüft – wie auch wir in der Fastenzeit geprüft werden.
Sie hielten durch – wie auch wir durchhalten sollen, im Gebet, im Verzicht, in der Liebe.
Sie starben nicht nur dem Leib nach, sondern lebten für Christus – und genau das ist der Sinn jedes Fastens.
Sie erinnern uns daran, dass auch wir im Alltag Standhaftigkeit brauchen: im Beruf, in der Familie, in unserer Treue zur Kirche, zu unseren Werten, zu Gott.