
Ikonen im täglichen Leben
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Die Rolle der Ikonen im täglichen Leben der serbisch-orthodoxen Gläubigen
In der serbisch-orthodoxen Tradition nehmen Ikonen einen zentralen Platz im religiösen und alltäglichen Leben der Gläubigen ein. Diese heiligen Bilder, die Christus, die Muttergottes, Heilige oder Engel darstellen, sind nicht nur kunstvolle Darstellungen, sondern besitzen eine tiefe spirituelle und theologische Bedeutung.
Spirituelle Verbindung und Bedeutung
Ikonen werden in der orthodoxen Theologie als "Fenster zum Himmel" betrachtet. Sie dienen als Mediatoren zwischen dem Irdischen und dem Himmlischen und helfen Gläubigen, eine persönliche Verbindung zum Göttlichen herzustellen. Ikonen werden nicht angebetet, sondern verehrt (Dulia), was sie grundlegend von der Anbetung Gottes (Latria) unterscheidet.
Die orthodoxe Ikonentheologie beruft sich auf das Siebte Ökumenische Konzil (787 n. Chr.), das die Verehrung von Ikonen als kirchliche Tradition bestätigte. Ikonen stellen die sichtbare Manifestation der unsichtbaren Welt dar und sind oft mit tiefer Symbolik versehen, beispielsweise durch die Haltung der Heiligen, die Farben oder die Gestaltung des Hintergrunds.
Ikonen im Alltag der serbisch-orthodoxen Christen
Platzierung im Zuhause
In fast jedem orthodoxen Haushalt befinden sich Ikonen an einem besonderen Ehrenplatz, dem sogenannten "Hausaltar" oder "Ikonenecke" (serbisch: "slava kutak"). Traditionell werden Ikonen an der Ostwand des Hauptraumes platziert, da sich nach orthodoxem Glauben auch der Altarraum in Kirchen stets nach Osten richtet.
Neben den Ikonen stehen oft eine Kerze oder eine Öllampe (Kandilo), die regelmäßig entzündet werden.
In vielen Haushalten hängt neben der Ikone des Schutzheiligen der Familie eine Ikone von Christus und der Gottesmutter Maria.
Der Hausaltar wird oft mit einer Slava-Ikone ergänzt, die den Schutzpatron der Familie darstellt.
Tägliches Gebet vor Ikonen
Viele serbisch-orthodoxe Gläubige beginnen und beenden ihren Tag mit einem Gebet vor einer Ikone. Dies geschieht oft mit folgenden Ritualen:
Kreuzzeichen und Verbeugung vor der Ikone
Anzünden einer Kerze oder eines Öllämpchens
Lesen von Gebeten oder Psalmen
Stillen Momente der Meditation oder Bitten um Beistand
Das Gebet vor Ikonen ist besonders wichtig an kirchlichen Feiertagen oder in Zeiten der persönlichen Not und Entscheidungsfindung. Ikonen sind dabei nicht nur für Einzelpersonen bedeutend, sondern auch ein fester Bestandteil von Familiengebeten, besonders bei den Feierlichkeiten zur Slava (Schutzheiligenfest der Familie).
Ikonen in der Liturgie und bei kirchlichen Feierlichkeiten
Ikonen in der Kirche
Ikonen sind nicht nur fester Bestandteil orthodoxer Haushalte, sondern auch in Kirchen unverzichtbar. Jede serbisch-orthodoxe Kirche besitzt eine Ikonostase, eine reich verzierte Wand, die den Altarraum vom Hauptschiff trennt. Diese Wand ist mit Ikonen bestückt, die bestimmte Regeln der orthodoxen Ikonographie einhalten:
Obere Reihen: Darstellung von Propheten und Aposteln
Mittlere Reihen: Szenen aus dem Leben Christi
Hauptreihe: Christus Pantokrator, Gottesmutter, Johannes der Täufer und der Schutzheilige der Kirche
Tür-Ikonen: Verkündigungsszene und die vier Evangelisten
Beim Betreten einer orthodoxen Kirche bekreuzigen sich die Gläubigen und küssen die Ikonen als Zeichen ihrer Verehrung und Dankbarkeit.
Verwendung von Ikonen bei Sakramenten
Ikonen spielen eine zentrale Rolle bei vielen orthodoxen Sakramenten (Mysterien):
Taufe: Das Kind wird vor einer Ikone gesegnet und erhält oft eine kleine Ikone als Geschenk.
Eheschließung: Das Brautpaar hält Ikonen von Christus und der Gottesmutter während der Krönungszeremonie.
Beerdigungen: Eine Ikone wird auf den Sarg gelegt, oft begleitet von einer brennenden Kerze.
Die künstlerische Gestaltung von Ikonen
Serbisch-orthodoxe Ikonen sind oft im byzantinischen Stil gehalten. Sie zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:
Flache Perspektive: Die Darstellung erfolgt meist zweidimensional, um die spirituelle Dimension zu betonen.
Vergoldeter Hintergrund: Symbolisiert die göttliche Gegenwart und das Licht des Himmels.
Symbolische Farben:
Gold: Göttlichkeit und Ewigkeit
Blau: Menschlichkeit und Weisheit
Rot: Opfer, Martyrium und Göttliche Liebe
Weiß: Reinheit und Heiligkeit
Fazit
Ikonen sind für serbisch-orthodoxe Gläubige weit mehr als nur religiöse Kunstwerke – sie sind spirituelle Begleiter im täglichen Leben. Sie helfen dabei, die Verbindung zum Göttlichen zu stärken, sind integraler Bestandteil des Familienlebens und untrennbar mit der orthodoxen Liturgie verbunden. Ob im Alltag, bei kirchlichen Sakramenten oder in der Kirche – die Ikonen haben eine tiefe Bedeutung für die orthodoxe Glaubenswelt.
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