Kućni ikonostas (Hausikonostas): Wie man die Ikonenecke zu Hause richtig einrichtet

Kućni ikonostas (Hausikonostas): Wie man die Ikonenecke zu Hause richtig einrichtet

In fast jedem serbisch-orthodoxen Haushalt hängt mindestens eine Ikone. Doch viele Familien – gerade in der Diaspora – fragen sich: Wo genau gehört sie hin? Welche Ikonen braucht man? Und in welcher Reihenfolge hängt man sie auf? Die serbisch-orthodoxe Tradition gibt darauf klare Antworten, die sich am Vorbild der Kirche orientieren. In diesem Beitrag fassen wir zusammen, was die Kirche und ihre Geistlichen empfehlen.

Was ist eine Ikonenecke?

Das Wort Ikona (Ikone) kommt aus dem Griechischen und bedeutet Bild oder Abbild. Eine Ikone ist aber keine Dekoration und kein gewöhnliches Bild: Sie ist ein Fenster zum Dargestellten – zu Gospod Isus Hristos (dem Herrn Jesus Christus), zur Presveta Bogorodica (der Allheiligen Gottesmutter) oder zu einem Heiligen. Wer vor der Ikone betet, wendet sich nicht an das Bild, sondern an den, der darauf abgebildet ist.

Nach altem Verständnis ist jedes orthodoxe Haus eine kleine Kirche. So wie der Hram (die Kirche) ihren Ikonostas hat, hat das Haus seinen kućni ikonostas (Hausikonostas) – einen festen, ehrenvollen Platz, an dem die Ikonen der Familie versammelt sind und an dem gebetet wird. In alten serbischen Häusern hatte dieser Winkel einen festen Namen und wurde von niemandem zugestellt oder zweckentfremdet.

Wo gehören die Ikonen hin?

Die Grundregel lautet: Die Ikonen gehören an die Ostwand des Hauptraums – also des Wohnzimmers oder des Raums, in dem die Familie am meisten Zeit verbringt. Der Grund ist derselbe wie in der Kirche: Orthodoxe Christen beten nach Osten gewandt, zur aufgehenden Sonne, die Christus als das Licht der Welt symbolisiert. Auch die Kirchen selbst sind nach Osten ausgerichtet.

Weil Wohnungen und Häuser heute nicht wie Kirchen gebaut werden, ist die Ostwand oft nicht frei – dort sind Fenster, Türen oder Möbel. Für diesen Fall gilt:

  • Wenn die Ostwand nicht möglich ist, kommen die Ikonen an die Süd- oder Nordwand.
  • Die Westwand soll nach Möglichkeit vermieden werden.
  • Auf der gewählten Wand sollen die Ikonen einen zentralen, gut sichtbaren Platz erhalten – nicht irgendwo am Rand.

Genauso wichtig wie die Himmelsrichtung ist die Würde des Ortes. Die Ikonenecke braucht Ruhe. Ungeeignet sind deshalb der Flur bei der Eingangstür, wo Jacken, Schlüssel und Taschen hängen, oder der Platz direkt über dem Fernseher. In einer kleinen Wohnung ist ein ruhiger Winkel des Wohnraums besser als die formal richtige, aber unruhige Wand.

Welche Ikonen gehören in die Ikonenecke?

Den Kern des Hausikonostas bilden drei Ikonen:

  1. Die Ikone von Gospod Isus Hristos
  2. Die Ikone der Presveta Bogorodica
  3. Die Slava-Ikone – die Ikone des Krsna Slava-Heiligen der Familie

Für die Anordnung nennen die Geistlichen zwei richtige Möglichkeiten:

Erste Möglichkeit (nach dem Vorbild des Kirchen-Ikonostas): Die Slava-Ikone hängt in der Mitte – dort, wo in der Kirche die Carske dveri (Königstüren) stehen. Links davon (vom Betrachter aus gesehen) hängt die Ikone der Bogorodica, rechts die Ikone von Hristos. Diese Anordnung entspricht dem Ikonostas im Hram und wird von Geistlichen bevorzugt empfohlen.

Zweite Möglichkeit: Die Ikone von Hristos hängt in der Mitte, links die Bogorodica, rechts die Slava-Ikone der Familie.

Beide Varianten sind richtig. Besitzt die Familie weitere Heiligenikonen – etwa Sveti Nikola, Sveta Petka oder Sveti Georgije – werden diese links und rechts der zentralen Ikonen angeordnet. Auch die Grösse darf eine Rolle spielen: Ist die Slava-Ikone deutlich grösser oder kleiner als die übrigen, darf sie aus ästhetischen Gründen in der Mitte hängen, und vor ihr brennt das Kandilo.

Was gehört noch zur Ikonenecke?

Rund um die Ikonen versammeln sich traditionell die Dinge, die zum Gebet und zum Glaubensleben der Familie gehören:

  • Das Kandilo (Öllämpchen) oder eine Kerze, die vor den Ikonen brennt – besonders an Sonn- und Feiertagen, an der Slava und beim Gebet
  • Ein Zweig Bosiljak (Basilikum), der in der serbischen Tradition fest mit dem geweihten Wasser und den kirchlichen Festen verbunden ist
  • Ein Fläschchen Bogojavljenska vodica (Theophanie-Wasser aus der Kirche)
  • Ein Kreuz
  • Das Gebetbuch (Molitvenik) und die Tamjan-Utensilien (Weihrauch), wenn die Familie zu Hause räuchert

So wird aus der Wand mit Ikonen ein echter Gebetsplatz: Hier beginnt und endet der Tag mit dem Morgen- und Abendgebet, hier zündet die Familie an der Krsna Slava das Kandilo an, hier lernen die Kinder das Kreuzzeichen.

Ein wichtiger Hinweis: das Osveštanje

Eine neu gekaufte Ikone wird nach dem Kauf vom Priester geweiht (osveštanje) – in der eigenen Gemeinde oder beim Hausbesuch des Priesters. Erst durch diese Weihe in der Kirche wird die Ikone in das Gebetsleben aufgenommen. Wer unsicher ist, fragt am besten den Priester seiner Gemeinde – er hilft gerne weiter und kennt die örtliche Praxis.

Die Ikonenecke in der Diaspora

Gerade fern der Heimat ist der Hausikonostas mehr als Tradition: Er ist das sichtbare Zeichen, dass der Glaube mitgereist ist. Ob in Zürich, Wien, Chicago oder Sydney – die Ecke mit den Ikonen, dem Kandilo und dem Bosiljak-Zweig verbindet die Familie mit der Kirche, mit den Vorfahren und mit der Krsna Slava, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Es braucht dafür kein grosses Haus und keine teure Sammlung. Es braucht einen ruhigen Winkel, drei Ikonen und die Treue zum täglichen Gebet.

Quellen

  • eparhija.com – Kako postaviti ikonu na zid
  • Novosti / Magazin Novosti – Na koji zid u kući treba okačiti ikonu
  • Kurir – Gde u kući treba da stoji ikona (Auskunft eines Protojerej der Serbisch-Orthodoxen Kirche)
  • Superžena / B92 – Gde tačno treba da stoji ikona u kući
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