Sveti apostol Luka (Heiliger Apostel Lukas) – Lučindan am 31. Oktober - svetazvezda

Sveti apostol Luka (Heiliger Apostel Lukas) – Lučindan am 31. Oktober

Am 31. Oktober (18. Oktober nach dem julianischen Kalender) gedenkt die Serbisch-Orthodoxe Kirche des Sveti apostol i jevanđelist Luka (heiliger Apostel und Evangelist Lukas). Im Volk heisst der Tag Lučindan. Sveti Luka verfasste das dritte Evangelium und die Apostelgeschichte, er war Arzt und nach der Überlieferung der erste Ikonenmaler der Kirche. Lučindan ist ein unbeweglicher Feiertag und fällt jedes Jahr auf dasselbe Datum. In vielen serbischen Familien wird er als Krsna Slava gefeiert. Am selben Tag gedenkt die Kirche auch des Sveti Petar Cetinjski.

Wer war Sveti Luka?

Sveti Luka stammte aus Antiochia in Syrien. Er war Grieche, vor seiner Taufe kein Christ, hochgebildet und von Beruf Arzt. Die Kirche zählt ihn zu den Siebzig Aposteln. Er begleitete den Apostel Pavle (Paulus) auf dessen zweiter und dritter Missionsreise und blieb bei ihm bis nach Rom. Pavle nennt ihn in seinen Briefen mit grosser Wärme:

Поздравља вас Лука, лекар љубљени.
Es grüsst euch Lukas, der geliebte Arzt.
– Колошанима 4,14

Als in der Gefangenschaft fast alle Gefährten Pavle verlassen hatten, blieb Luka an seiner Seite:

Лука је сам са мном.
Lukas allein ist bei mir.
– 2. Тимотеју 4,11

Der Evangelist der Gottesmutter

Das Evangelium nach Luka erzählt ausführlicher als alle anderen von der Kindheit von Isus Hristos: von der Verkündigung an die Gottesmutter, ihrem Besuch bei Jelisaveta (Elisabeth) und der Geburt in Bethlehem. In der Apostelgeschichte beschreibt Luka, wie die junge Kirche nach der Herabkunft des Heiligen Geistes wuchs und wie der Glaube von Jerusalem bis nach Rom gelangte.

Auch im hohen Alter hörte Sveti Luka nicht auf zu schreiben, zu reisen und zu predigen. Nach der Überlieferung starb er im Alter von 84 Jahren in Theben als Märtyrer für den Glauben. Zur Zeit des Kaisers Konstancije (Constantius) wurden seine Reliquien nach Konstantinopel übertragen.

Der erste Ikonenmaler

Die Kirche verehrt Sveti Luka als Begründer der christlichen Ikonenmalerei. Nach der Überlieferung kannte er die Bogorodica (Gottesmutter) persönlich und malte drei Ikonen von ihr, die ihrem wirklichen Aussehen am nächsten kommen sollen. Dazu malte er auch die Apostel Petar und Pavle. Bekannt ist die Darstellung „Ikone in der Ikone“: Sveti Luka sitzt vor seiner Staffelei und malt die Gottesmutter. Wer mehr darüber erfahren möchte, was die einzelnen Darstellungen auf Ikonen bedeuten, findet es in unserem Beitrag Ikonen im serbisch-orthodoxen Glauben.

Sveti Luka in Smederevo

Wenige wissen, wie eng Sveti Luka mit der serbischen Geschichte verbunden ist. Despot Đurađ Branković kaufte die Reliquien des Apostels für dreissigtausend Golddukaten von den Osmanen frei. Am 12. Januar 1453 wurden sie aus Rogos in Epirus in die serbische Hauptstadt Smederevo gebracht, in die neu erbaute Blagoveštenje-Kirche (Mariä-Verkündigungs-Kirche), und rechts der Altartüren niedergelegt. Der Despot glaubte, der Apostel werde Serbien in schwerer Zeit beschützen. Smederevo wurde damals als Ort vieler Heilungen bekannt.

Sechs Jahre ruhten die Reliquien in Smederevo, bis die Stadt 1459 fiel. Die Kirche, in der sie lagen, ist bis heute nicht gefunden worden. Teile der Reliquien bewahrt die Serbisch-Orthodoxe Kirche bis heute, unter anderem im Kloster Cetinje im Reliquienschrein des Sveti Petar Cetinjski. Das Krankenhaus in Smederevo trägt noch heute den Namen des Heiligen. In Kupinovo in Srem steht die Kirche Sveti Luka, die die Brankovići Mitte des 15. Jahrhunderts erbauten. Sie ist die älteste erhaltene orthodoxe Kirche der Vojvodina.

Lučindan als Slava

Lučindan ist eine häufige Krsna Slava serbischer Familien, von der Vojvodina bis nach Kosovo i Metohija. In Velika Hoča feiern viele Familien Sveti Luka als Slava, und im Dorf steht eine ihm geweihte Kirche. In Vitomirica bei Peć wurde 1912 eine Kirche des Sveti Luka gebaut, weil der Ort an einem Lučindan aus der jahrhundertelangen osmanischen Herrschaft befreit worden war. Am Festtag versammelt sich die Familie zur Liturgie, der slavski kolač wird geschnitten, die Slava-Kerze brennt, und der Hausheilige wird mit Gebet und Gastfreundschaft geehrt. Fällt die Slava auf einen Mittwoch oder Freitag, wird gefastet. Mehr über die Slava erfahren Sie in unserem Beitrag Was ist die Slava?

Sveti Luka gilt als Beschützer der Ärzte, Apotheker und Krankenhäuser sowie der Maler und Ikonenmaler. Auch kirchliche Bildungseinrichtungen feiern ihn als Slava, darunter die Akademie der Serbisch-Orthodoxen Kirche für Kunst und Konservierung.

Bräuche und Volksglaube

Mit Lučindan beginnt im Volksglauben der Winter. Bekannt sind die Sprüche Ide Luka, eto vuka (Kommt Luka, kommt der Wolf) und Sveti Luka, sneg do kuka (Sveti Luka, Schnee bis zur Hüfte). In ländlichen Gegenden umwickelte man die Schafpferche mit Fäden, damit die Wölfe das Vieh nicht reissen. In Südserbien sagte man aus dem ersten Gast, der an Lučindan das Haus betritt, voraus, wie der Winter und das kommende Jahr werden. In Montenegro heisst es, ein Regenbogen am Himmel sei der Gürtel des Sveti Luka und ein Zeichen, dass er für uns bei Gott bittet.

Vor allem soll man an diesem Tag nicht zornig, ungeduldig oder streitsüchtig sein. Sveti Luka war ein sanfter und ruhiger Mensch, der den Menschen immer half.

Lučindan in der Diaspora

Für Serben im Ausland fällt Lučindan auf denselben Tag wie Halloween. Während draussen Kürbisse und Masken das Bild bestimmen, brennt in vielen serbischen Häusern in der Schweiz, in Deutschland, Österreich, Amerika und Australien an diesem Abend die Slava-Kerze vor der Ikone des Apostels. So wird der 31. Oktober für diese Familien zu einem Tag, an dem sie ihren Glauben und ihre Herkunft bewusst weitergeben.

Ein Fest für Leib und Seele

Sveti Luka heilte als Arzt den Leib und als Evangelist die Seele. Mit seinem Pinsel schenkte er der Kirche das Antlitz der Gottesmutter, mit seiner Feder das Evangelium, das wir bis heute lesen. Lučindan erinnert daran, dass jede Gabe, die Gott einem Menschen gibt, in seinem Dienst Frucht bringen kann.

Für die Slava und das Zuhause

Für Familien, die Lučindan feiern, und für alle, die Sveti Luka verehren:

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Свети апостоле и јеванђелисте Лука, моли Бога за нас.
Heiliger Apostel und Evangelist Luka, bitte Gott für uns.

Срећна слава свима који славе Лучиндан!
Eine frohe Slava allen, die Lučindan feiern!

Quellen

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