Sveti apostol Toma (Heiliger Apostel Thomas) – Tomindan am 19. Oktober - svetazvezda

Sveti apostol Toma (Heiliger Apostel Thomas) – Tomindan am 19. Oktober

Am 19. Oktober (6. Oktober nach dem julianischen Kalender) gedenkt die Serbisch-Orthodoxe Kirche des Sveti apostol Toma (heiliger Apostel Thomas). Im Volk heisst der Tag Tomindan. Sveti Toma ist einer der zwölf Apostel von Isus Hristos und vielen als Neverni Toma (der ungläubige Thomas) bekannt. Gerade durch seinen Zweifel wurde er zu einem der stärksten Zeugen der Auferstehung. Tomindan ist ein unbeweglicher Feiertag und fällt jedes Jahr auf dasselbe Datum. In vielen serbischen Familien wird er als Krsna Slava gefeiert.

Wer war Sveti Toma?

Der Name Toma stammt aus dem Aramäischen und bedeutet Zwilling, im griechischen Text des Evangeliums heisst er deshalb auch Didymos. Nach der Überlieferung stammte er aus Galiläa. In den ersten drei Evangelien wird er nur in der Liste der Apostel genannt. Das Evangelium nach Jovan (Johannes) dagegen erzählt mehrmals von ihm und zeigt einen geraden, ehrlichen Menschen, der aussprach, was er dachte.

Als Isus Hristos nach Judäa zurückkehren wollte, wo man ihm nach dem Leben trachtete, waren es die Worte von Toma, die die anderen Jünger mitzogen:

Хајдемо и ми да умремо с њим.
Lasst uns auch hingehen, um mit ihm zu sterben.
– Јован 11,16

Toma mochte zweifeln und vieles nicht verstehen, aber er war bereit, bei seinem Herrn zu bleiben, auch wenn es ihn das Leben kosten würde.

Vom Zweifel zum Bekenntnis

Als der auferstandene Isus Hristos den Jüngern zum ersten Mal erschien, war Toma nicht bei ihnen. Er wollte ihrem Zeugnis nicht glauben, solange er die Wunden nicht selbst gesehen und berührt hatte. Acht Tage später erschien der Herr erneut, diesmal mit Toma im Raum, und forderte ihn auf, seine Hand in die Wunden zu legen und nicht ungläubig, sondern gläubig zu sein. Da rief Toma aus:

Господ мој и Бог мој!
Mein Herr und mein Gott!
– Јован 20,28

Die Kirche sieht in diesem Ereignis keine Schande des Apostels, sondern ein Geschenk an alle Gläubigen: Durch den Zweifel des Toma erhielt die Auferstehung eine neue, greifbare Bestätigung. Die Antwort von Isus Hristos richtet sich bis heute an jeden von uns:

Блажени који не видеше и вероваше.
Selig, die nicht gesehen und doch geglaubt haben.
– Јован 20,29

An dieses Ereignis erinnert auch die Tomina nedelja (Thomas-Sonntag), der erste Sonntag nach Vaskrs (Ostern).

Der Weg nach Indien und das Martyrium

Nach der Herabkunft des Heiligen Geistes losten die Apostel aus, wohin jeder zur Verkündigung gehen sollte. Toma fiel das ferne Indien zu. Der Ohrider Prolog des heiligen Nikolaj Velimirović berichtet, dass er darüber betrübt war, bis der Herr ihm erschien und ihn ermutigte. In Indien bekehrte er Reiche wie Arme zum Glauben, gründete die Kirche und setzte Priester und Bischöfe ein.

Unter den Bekehrten waren auch die Schwestern Tertijana und Migdonija, Ehefrauen zweier indischer Fürsten. Fürst Muzdije, der Mann der Tertijana, dessen Frau und Sohn Toma getauft hatte, verurteilte den Apostel zum Tod. Fünf Soldaten durchbohrten ihn mit fünf Speeren. So übergab der heilige Apostel Toma seine Seele in die Hände von Isus Hristos. Seine Reliquien wurden im vierten Jahrhundert nach Edessa und später nach Konstantinopel übertragen.

Toma und die Gottesmutter

Eine weitere Überlieferung verbindet Sveti Toma mit dem Uspenje Presvete Bogorodice (Entschlafung der Gottesmutter). Alle Apostel wurden auf wunderbare Weise zu ihrem Begräbnis nach Jerusalem gebracht, doch Toma kam zu spät. Er trauerte bitter, und auf seine Bitte wurde das Grab geöffnet. Der Leib der Gottesmutter war nicht mehr darin, denn der Herr hatte sie zu sich in den Himmel genommen. So bezeugte Toma durch seinen Unglauben die Auferstehung des Herrn und durch seine Verspätung die Verherrlichung der Gottesmutter.

Tomindan als Slava

Viele serbische Familien feiern Tomindan als ihre Krsna Slava und geben sie von Generation zu Generation weiter. Am Festtag versammeln sie sich zur Liturgie, der slavski kolač wird geschnitten, die Slava-Kerze brennt, und die Familie ehrt ihren Hausheiligen mit Gebet und Gastfreundschaft. Weil Sveti Toma der Überlieferung nach auch ein geschickter Holzhandwerker war, feierten ihn früher Zimmerleute, Küfer, Wagner und Maurer als Zunftslava.

Bräuche und Volksglaube

Bekannt ist die alte Redensart Sveti Toma, sedi doma (Heiliger Toma, bleib zu Hause). Nach diesem Brauch geht man an Tomindan nirgendwohin, ausser in die Kirche. In trockenen Zeiten betete das Volk zu Sveti Toma um Regen, und in manchen Gegenden glaubte man, er schütze Mensch und Vieh vor Wölfen. Bis heute nennt man jemanden, der zweifelt und Beweise verlangt, einen neverni Toma.

Ein Fest für alle, die suchen

Sveti Toma zeigt, dass Zweifel nicht das Ende des Glaubens sein muss. Er fragte ehrlich, er suchte ehrlich, und als er Isus Hristos begegnete, wurde aus dem Zweifler ein Apostel, der den Glauben bis nach Indien trug und dafür sein Leben gab. Tomindan erinnert daran, dass Gott dem suchenden Menschen entgegenkommt.

Für die Slava und das Zuhause

Für Familien, die Tomindan feiern, und für alle, die Sveti Toma verehren:

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Свети апостоле Томо, моли Бога за нас.
Heiliger Apostel Toma, bitte Gott für uns.

Срећна слава свима који славе Томиндан!
Eine gesegnete Slava allen, die Tomindan feiern!

Quellen

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