Sveti Georgije – Wer war der Heilige Georg und warum feiern Serben ihn zweimal im Jahr?
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Wer war Sveti Georgije?
Sveti Georgije wurde zwischen 275 und 280 n. Chr. in der kleinasiatischen Region Kappadokien (heute Türkei) in einer wohlhabenden christlichen Familie geboren. Sein Vater war Offizier der römischen Armee. Nach dem Tod des Vaters zog seine Mutter mit ihm nach Palästina (heutiges Israel), auf das Familiengut der Mutter, wo er eine höhere Ausbildung erhielt. Bereits im Alter von zwanzig Jahren stieg Georgije zum Rang eines Tribuns auf und stand im Dienst von Kaiser Diokletian, der große Hoffnungen in ihn setzte.
Das Martyrium: Bekenntnis unter Todesgefahr
Im Jahr 303 n. Chr. verweigerte Georgije als Soldat Christi dem Kaiser Diokletian, dem großen Christenverfolger, den Gehorsam und erklärte öffentlich, er fürchte sich nicht, für seinen Glauben zu sterben. Dafür wurde er hingerichtet. Er predigte den neutestamentlichen Glauben und soll nach der Überlieferung sogar die Frau des Kaisers, Aleksandra, zum Christentum bekehrt haben. Beide wurden zum Tod durch Enthaupten verurteilt. Die Überlieferung besagt, dass die Kaiserin noch vor der Vollstreckung des kaiserlichen Befehls verstarb.
Die Ikonographie: Was bedeutet der Drache?
Die bekannteste Darstellung von Sveti Georgije zeigt ihn zu Pferd, wie er mit einer Lanze einen Drachen tötet. Dieses Bild ist theologisch, nicht wörtlich zu verstehen. Der Drache auf der Ikone steht für die heidnische Kraft, die zahlreiche unschuldige Christen verfolgte und vernichtete. Sveti Georgije besiegte sie durch seinen Glauben und seinen Märtyrertod, der dem Heidentum den Todesstoss versetzte. Der Sieg über den Drachen wird mit dem Ende der Christenverfolgung zehn Jahre nach seinem Tod verbunden — als Kaiser Konstantin das Christentum zur offiziellen Religion des Römischen Reiches erklärte.
Die Frau mit der Kaiserkrone im Hintergrund der ikonographischen Komposition gilt als Symbol des christlichen Glaubens, für den Sveti Georgije kämpfte. Die ältere Darstellung zeigte ihn stehend mit Lanze und Schild; die Reiterdarstellung entstand laut Kunsthistorikern im 9. Jahrhundert bei den östlichen Christen und gelangte durch die Kreuzfahrer in den Westen.
Svetazvezda Ikone Sveti Georgije
Đurđevdan – 6. Mai (23. April nach julianischem Kalender)
Đurđevdan symbolisiert den Sieg des Guten über das Böse und markiert den Übergang vom Winter zum Frühling. Es ist einer der meistgefeierten Feiertage im serbischen Kirchenkalender und gleichzeitig eine der häufigsten Krsna Slava serbischer Familien.
Nach altem Brauch werden Tore, Zäune, Türen, Fenster, Häuser und Ställe mit grünem Zweigwerk geschmückt. Am Abend vor Đurđevdan pflückt jemand aus dem Haus frische Zweige im nächsten Wald und schmückt damit Türen und Fenster — damit das Jahr und das Haus gesegnet sein mögen. In vielen Regionen ist es Brauch, frühmorgens frisches Quellwasser zu schöpfen und sich damit zu waschen, um Gesundheit und Segen für das kommende Jahr zu erbitten. Das gemeinsame Gebet, der Kirchgang und das Teilen eines Festmahls — oft mit Lammfleisch — stehen im Mittelpunkt der Feierlichkeiten.
Für Familien, die Đurđevdan als Slava feiern, werden Slavski Kolač (Slava-Brot) und Žito (gesüßter Weizenbrei) zubereitet, eine Slava-Kerze entzündet und das Haus mit einem Priester gesegnet.
Đurđic – 16. November (3. November nach julianischem Kalender)
Das Fest Đurđic erinnert an die Überführung der Reliquien des Heiligen Georgije aus Nikomidien (heute Izmir, Türkei) nach Lydda in Palästina — die Erfüllung seines letzten Wunsches. Als der Tempel in Lydda im Jahr 1010 zerstört wurde und die Kreuzfahrer ihn wiederherstellten, fiel die Wiedereinweihung auf den 16. November. Die Erinnerung an dieses Ereignis wird bei orthodoxen Serben als Đurđic gefeiert. Im Kirchenkalender heißt das Fest offiziell „Erneuerung des Tempels des Heiligen Georgije".
Für Đurđic wird eine Ikone verwendet, auf der Sveti Đorđe als Soldat aufrecht auf einem Feld steht, eine Lanze in der Hand — ein Symbol für Mut, Glauben und Gerechtigkeit. Anders als an Đurđevdan, wo er den Drachen tötet, ist er hier im Frieden dargestellt, als Wächter des Glaubens. In Serbien ist Sveti Georgije die zweithäufigste Slava nach der Zahl der Feiernden — gefeiert zweimal jährlich, am 6. Mai und am 16. November.

Sveti Georgije in der serbischen Geschichte
Die Wissenschaft bemerkte bereits Mitte des 19. Jahrhunderts, dass Sveti Georgije bei den Serben einen besonders starken Kult als Befreier der Gefangenen, Beschützer der Armen, Arzt der Kranken und Kämpfer gegen Tyrannen genießt. Der Überlieferung nach war er auch am Entstehen der Nemanjić-Dynastie beteiligt: Als Stefan Nemanja von neidischen Brüdern in einer Höhle gefangen gehalten wurde, betete er zu seinem Schutzpatron Georgije um Befreiung. Er entkam, wurde Großžupan, gründete ein mächtiges Reich und ließ das Kloster Đurđevi Stupovi errichten. Dem Heiligen sind viele Kirchen und Klöster in Serbien geweiht: Đurđevi Stupovi, Vraćevšnica, Staro Nagoričino, der Tempel auf dem Oplenac, Bogovađa und viele weitere.

Quellen
- Srpska pravoslavna crkva – Eparhija Austrijsko-Švajcarska: spc-linz.at – Sveti velikomučenik Georgije – Đurđic
- Eparhija.com (serbisch-orthodoxer Kirchenshop): Sveti velikomučenik Georgije – Đurđevdan i Đurđic
- Manastiri.rs: Đurđic – Prenos moštiju Svetog Georgija
- N1 Info: Ko je bio Sveti Georgije
- B92 / Istorijsko predanje SPC: Ko je bio Sveti Georgije kog Srbi danas slave
- Crkva Feldkirch (serbisch-orthodoxe Gemeinde Österreich): Đurđevdan – Bedeutung & Bräuche
