Sveti velikomučenik Dimitrije (Heiliger Grossmärtyrer Demetrius) – Mitrovdan am 8. November - svetazvezda

Sveti velikomučenik Dimitrije (Heiliger Grossmärtyrer Demetrius) – Mitrovdan am 8. November

Am 8. November (26. Oktober nach dem julianischen Kalender) gedenkt die Serbisch-Orthodoxe Kirche des Sveti velikomučenik Dimitrije Solunski (heiliger Grossmärtyrer Demetrius von Thessaloniki). Im Volk heisst der Tag Mitrovdan. Sveti Dimitrije war Statthalter von Solun (Thessaloniki), bekannte sich offen zu Isus Hristos und starb dafür als Märtyrer. Mitrovdan ist ein unbeweglicher Feiertag und fällt jedes Jahr auf dasselbe Datum. Gemessen an der Zahl der Familien, die ihn feiern, gehört er zu den fünf häufigsten Krsna Slave in Serbien.

Wer war Sveti Dimitrije?

Sveti Dimitrije wurde im 3. Jahrhundert in Solun geboren. Seine Eltern waren vornehm und gläubig, lange kinderlos, und erbaten ihn von Gott. Als einziger Sohn wurde er mit grosser Sorgfalt erzogen und im Glauben unterwiesen. Sein Vater war Militärbefehlshaber von Solun. Nach dessen Tod setzte Kaiser Maksimijan (Maximian) Dimitrije an seine Stelle und trug ihm ausdrücklich auf, die Christen der Stadt zu verfolgen und auszurotten.

Dimitrije tat das Gegenteil. Er schützte die Christen, bekannte sich öffentlich zu Isus Hristos und predigte den Glauben in der ganzen Stadt. Seine Lebensbeschreibung nennt ihn deshalb einen zweiten Apostel Pavle (Paulus) für Solun, die Stadt, in der Pavle einst die erste Gemeinde gegründet hatte. Als der Kaiser auf dem Rückweg von einem Feldzug nach Solun kam und ihn verhörte, bekannte Dimitrije sich auch vor ihm als Christ. Der Kaiser liess ihn ins Gefängnis werfen. Zuvor hatte Dimitrije seinen ganzen Besitz seinem treuen Diener Lup (Lupus) übergeben, damit er ihn an die Armen verteilt. Im Gefängnis erschien ihm nach der Überlieferung ein Engel und sprach ihm Mut zu.

Nestor und der Gladiator Lije

Kaiser Maksimijan unterhielt das Volk mit Kämpfen seines Gladiators Lije (Lyaeus), eines riesigen, bis dahin unbesiegten Kämpfers. Er warf seine Gegner von einer Plattform hinab in aufgestellte Speere. Ein junger Christ namens Nestor besuchte Dimitrije im Gefängnis und bat ihn um seinen Segen für den Kampf gegen Lije. Dimitrije segnete ihn und sagte ihm voraus, dass er siegen, danach aber für Isus Hristos sterben werde.

Mit dem Ruf Gott des Dimitrije, hilf mir trat Nestor in die Arena und besiegte den Riesen. Viele Zuschauer erkannten darin die Kraft des Gottes, an den Dimitrije glaubte. Der gedemütigte Kaiser liess Nestor enthaupten. Die Kirche gedenkt des Sveti Nestor am Tag nach Mitrovdan, am 9. November. Auf Ikonen und Fresken wird diese Szene bis heute dargestellt, und auch das Troparion des Festes besingt, wie Sveti Dimitrije den Hochmut des Lije brach und Nestor zum Kampf ermutigte.

Martyrium und Verehrung

Wenige Tage später schickte der Kaiser Soldaten ins Gefängnis. Sie fanden Dimitrije im Gebet und durchbohrten ihn mit ihren Speeren. Das war um das Jahr 306. Sein Leib sollte den wilden Tieren vorgeworfen werden, doch die Christen von Solun bestatteten ihn heimlich. Sein Diener Lup nahm den blutgetränkten Mantel und den Ring seines Herrn, heilte damit Kranke und starb später ebenfalls als Märtyrer.

Nach der Überlieferung strömte von Dimitrijes Grab ein Duft von Basilikum und Myron aus. Später wurde der Präfekt von Illyricum, Leontije, an seinem Grab geheilt und liess an der Stätte seines Martyriums eine Kirche bauen. Seit dem 7. Jahrhundert fliesst von den Reliquien des Heiligen wohlriechendes Myron, das vielen Kranken Heilung brachte. Darum nennt die Kirche ihn Mirotočivi (der Myronspendende). Seine Reliquien ruhen bis heute in der Basilika Sveti Dimitrije in Thessaloniki.

Ein Wort des Herrn fasst sein Leben zusammen:

Буди веран до смрти и даћу ти венац живота.
Sei treu bis in den Tod, und ich werde dir den Kranz des Lebens geben.
– Откривење 2,10

Der Beschützer seiner Stadt

Wie im Leben blieb Dimitrije auch nach seinem Tod der Befehlshaber von Solun. Eine Sammlung seiner Wunder aus dem 7. Jahrhundert berichtet, wie er der Stadt in Belagerungen, Erdbeben und Seuchen beistand. Einmal erschien er auf der Stadtmauer, und das feindliche Heer zog ab. Gefangene, die zu ihm beteten, führte er nach der Überlieferung aus der Gefangenschaft zurück in die Stadt. Mehrmals versuchte man, seine Reliquien nach Konstantinopel zu bringen, doch es gelang nicht. Bis heute gilt er als Schutzpatron von Solun und als Beschützer der Soldaten und aller, die ihre Heimat und ihren Glauben verteidigen.

Auf Ikonen wird Sveti Dimitrije auf zwei Arten dargestellt. Stehend erscheint er als junger Krieger in Rüstung, mit Lanze und Schild. Als Reiter sitzt er auf einem roten Pferd und durchbohrt mit seiner Lanze einen am Boden liegenden Gegner. Oft ist es der Gladiator Lije, den nach der Lebensbeschreibung Nestor durch das Gebet des Heiligen besiegte, in der russischen Tradition auch der bulgarische Zar Kalojan, der 1207 Solun belagerte. Damit unterscheidet er sich von Sveti Đorđe, der auf einem weissen Pferd den Drachen besiegt.

Sveti Dimitrije und die Serben

Kaum ein Heiliger ist so tief in der serbischen Landschaft verwurzelt. Sremska Mitrovica, das antike Sirmium, trägt seinen Namen: Ab 1180 wurde aus Civitas Sancti Demetrii (Stadt des heiligen Demetrius) nach und nach Dmitrovica, Mitrovica und schliesslich Sremska Mitrovica. Manche Forscher vermuten sogar, dass die Verehrung des Heiligen ursprünglich aus Sirmium stammt und sich erst später nach Solun ausbreitete. Sveti Metodije, der Bruder des Sveti Kirilo und Erzbischof von Sirmium, verfasste eine Stihira (liturgischer Hymnus) zu Ehren des Heiligen. Die grösste orthodoxe Kirche der Stadt, die Crkva Svetog Dimitrija aus dem Jahr 1794, ist ihm geweiht.

Auch Kosovska Mitrovica feiert Mitrovdan als Stadt- und Kirchenslava. In der Pećka patrijaršija (Patriarchat von Peć), dem geistlichen Herzen der Serbisch-Orthodoxen Kirche, liess Erzbischof Sveti Nikodim zwischen 1320 und 1324 eine eigene Kirche des Sveti Dimitrije als seine Grabkirche errichten. Ihre Fresken aus der Bauzeit zeigen das Leben des Heiligen, darunter Dimitrije vor Kaiser Maksimijan und die Segnung des Nestor. Insgesamt sind in der Serbisch-Orthodoxen Kirche über 120 Kirchen Sveti Dimitrije geweiht.

Mitrovdan als Slava

Mitrovdan wird von vielen Familien als Krsna Slava gefeiert, ist Slava zahlreicher Gemeinden, Städte und früher auch der Handwerkszünfte, und an vielen Orten findet an diesem Tag die Zavetina (Dorfgelübdefest) statt. Am Festtag versammelt sich die Familie zur Liturgie, der slavski kolač wird geschnitten, die Slava-Kerze brennt vor der Ikone, und der Hausheilige wird mit Gebet und Gastfreundschaft geehrt. Fällt die Slava auf einen Mittwoch oder Freitag, wird gefastet. 2026 fällt Mitrovdan auf einen Sonntag. Mehr über die Slava erfahren Sie in unserem Beitrag Was ist die Slava?

Am Samstag vor Mitrovdan, in diesem Jahr am 7. November, begeht die Kirche die Mitrovske zadušnice (Herbst-Totengedenken), das letzte grosse Totengedenken des Kirchenjahres. Die Gläubigen gehen auf die Friedhöfe, zünden für jeden Verstorbenen, dessen sie gedenken, eine Kerze an und bringen gekochten Weizen (žito), Rotwein und Speisen mit, die mit allen geteilt werden, die ans Grab kommen.

Đurđevdan und Mitrovdan

Im serbischen Volksjahr teilen zwei heilige Krieger das Jahr in zwei Hälften: Sveti Đorđe im Frühling und Sveti Dimitrije im Herbst. Mit Đurđevdan beginnt der Sommer, mit Mitrovdan der Winter. Daher stammt das bekannte Sprichwort Mitrovdanak – hajdučki rastanak, Đurđevdanak – hajdučki sastanak (Mitrovdan – Abschied der Hajduken, Đurđevdan – Wiedersehen der Hajduken). Zur Zeit der osmanischen Herrschaft trennten sich die Hajduken an Mitrovdan, verbrachten den Winter versteckt bei ihren Helfern und kamen im Frühling an Đurđevdan wieder zusammen. Auch Knechte und Saisonarbeiter wurden traditionell an Mitrovdan entlassen oder neu eingestellt. Mehr über den Heiligen des Frühlings finden Sie in unserer Kollektion Sveti Đorđe.

Bräuche und Volksglaube

Am Vorabend von Mitrovdan, wie auch vor Đurđevdan, soll jeder in seinem eigenen Haus sein. Wer die Nacht auswärts verbringt, so glaubt man, wird das ganze Jahr in fremden Häusern schlafen. Fällt an Mitrovdan Schnee, sagt man, Sveti Dimitrije sei auf einem weissen Pferd gekommen, und der Schnee bleibe bis in den April liegen. Schönes Wetter am 8. November kündigt dagegen einen milden Winter an. Man soll an diesem Tag kleine Kinder nicht schelten, sonst bleiben sie das ganze Jahr unartig. In der Šumadija legten die Bauern früher in jede Ecke des Zimmers einen weissen Kieselstein, damit er das Haus vor Mäusen schützt.

Mitrovdan in der Diaspora

Auch fern der Heimat ist Sveti Dimitrije gegenwärtig. Serbische Gemeinden in Amerika, Europa und Australien haben ihm Kirchen geweiht, etwa die Gemeinde Sveti Dimitrije in Akron im US-Bundesstaat Ohio, die ihre Kirchenslava jedes Jahr feierlich begeht. In vielen serbischen Häusern in der Schweiz, in Deutschland und Österreich brennt am 8. November die Slava-Kerze vor seiner Ikone. Für diese Familien ist Mitrovdan ein Tag, an dem sie ihren Glauben und ihre Herkunft bewusst an die nächste Generation weitergeben.

Ein Fest der Treue

Sveti Dimitrije hatte alles, was die Welt zu bieten hat: Herkunft, Macht und Ansehen. Er gab alles hin, um Isus Hristos treu zu bleiben, und schützte die Schwachen, auch als es ihn das Leben kostete. Mit seinem Segen fand der junge Nestor den Mut, gegen einen übermächtigen Gegner anzutreten. Mitrovdan erinnert daran, dass Glaube nicht nur bekannt, sondern auch gelebt werden will, gerade dann, wenn es etwas kostet.

Für die Slava und das Zuhause

Für Familien, die Mitrovdan feiern, und für alle, die Sveti Dimitrije verehren. Alle Ikonen und Slava-Artikel zum Heiligen finden Sie in unserer Kollektion Sveti Dimitrije. Wie Sie die Ikonen zu Hause würdig aufstellen, lesen Sie in unserem Beitrag Kućni ikonostas.

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Свети великомучениче Димитрије, моли Бога за нас.
Heiliger Grossmärtyrer Dimitrije, bitte Gott für uns.

Срећна слава свима који славе Митровдан!
Eine frohe Slava allen, die Mitrovdan feiern!

Quellen

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